5 fatale Fehler bei der Hundeerziehung im Jahr 2019

Hundeerziehung Fehler

Grundlage zur Beziehung zwischen Mensch und Hund ist eine ausgewogene Hundeerziehung und ein sinnvolles Training bereits vom Welpenalter an. Dabei sollen Hunde keine Hochleistungsmaschinen, sondern einfach nur unkomplizierte Begleiter im Alltag sein. In den nächsten Abschnitten erfährst du, wie du deine Bindung zu deinem Hund stärkst, wie du Abwechslung in den Hunde-Alttag bringst und Fehlverhalten auch ohne externen Hundetrainer vermeiden kannst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Unerwünschtes Verhalten
  2. Nachlässigkeit & fehlende Atorität
  3. Viel Schall um nichts
  4. Der Soldat im Wald
  5. Fehlende Sozialisierung
  6. Anwendung von Gewalt gegen den Hund

Hundetraining FehlverhaltenUnerwünschtes Verhalten bei der Hundeerziehung (Ursache Nr.1)

Hunde müssen nicht gedrillt werden, viel mehr lernen sie durch Erfahrung, Spaß und Belohnung. Wenn Hunde Fehlverhalten an den Tag legen, liegt dies in den aller seltensten Fällen am Hund selbst. Schon der bekannte Hundetrainer Martin Rütter erkannte, dass in 95% aller Fälle, nicht der Hund sondern in erster Linie der Mensch erzogen werden muss. Fehlverhalten wird, ob nun bewusst oder unbewusst, immer maßgeblich durch den Hundebesitzer selbst verursacht. Wir Menschen kommen unbefleckt auf die Welt und entwickeln uns erst im Laufe unseres Lebens zu dem was wir sind, bei Hunden ist das genaus so. Wenn du dir dieser Tatsache bewusst bist, hast du den ersten Schritt für ein gutes Verhältnis zu deinem Hund bereits geschafft.


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Was mache ich falsch in meiner Hundeerziehung?

Bevor du deinen eigenen, sowie andere Hunde verurteilst oder gar bestrafst, frage dich selbst wodurch das unerwünschte Verhalten verursacht worden ist. Oft liegen die Fehler bereits in der Erziehung oder in einer schlechten Kinderstube des Hundes. Durch Strafe oder gar Provokation, kann schlechtes Verhalten bei Hunden ausgelöst, unterstützt oder sogar noch um ein vielfaches verschlimmert werden.

Stell dir dazu einfach folgende Frage: Hat mein bisheriges Verhalten gegenüber meinem Hund Erfolge oder eine Verbesserung gebracht?

Wenn Du diese Frage mit einem “Nein” oder “ein wenig” beantwortest, dann solltest du dringend etwas ändern – und zwar an dir selbst! Wenn du es alleine nicht schaffst, dann versuche es doch einmal mit einem Video-Training*. Hunde sind keine Ignorante oder dumme Krawallmacher, die andere absichtlich stören, dass liegt nicht in der Natur des Hundes. In den folgenden Abschnitten erfähst du, welche Fehler du bei der Erziehung deines Hundes vermeiden solltest.


Diese 5 Fehler solltest du in deiner Hundeerziehung vermeiden!

Hundeerziehung bettelnFehler #1 – Nachlässigkeit und fehlende Autorität

Viele Hundebesitzer sind am Anfang sehr motiviert und überzeugt davon, dass ihr Hund durch die eigene Hundeerziehung ein artiger Kamerad wird. Im Alltag verliert sich, gerade ohne motivierenden Hundetrainer, all zu oft dieser Übereifer und endet nicht selten im “Erziehungsstopp“. War man anfangs als Hundefreund noch eifrig an der Welpenerziehung, sieht es heut schon ganz anders aus. Keine Lust, keine Zeit, kein Interesse mehr. Viele Hundebesitzer verlieren die Motivation an der täglichen Beschäftigung mit ihrem Hund. War die Couch für den Hund am Anfang noch verboten, schläft man jetzt gemeinsam darauf. War das Betteln am Tisch erst unerwünscht, schmeißt man dem Hund heute bereitwillig Futter zu. Dieses nachlässige Verhalten führt dazu, das dein Hund an deiner Glaubwürdigkeit zweifelt. Du verliert an Autorität und kannst zukünftig Befehle geben solange du willst, dein Hund wird dich ignorieren, da er (von dir) gelernt hat, einfach nur lange genug zu warten bis er das bekommt was er will. Die folgende Checkliste hilft dir dabei, die Authorität gegenüber deinem Hund zurück zu erlangen.

Checkliste für mehr Autorität gegenüber deinem Hund

  • bleibe konsequent
  • verändere dein Verhalten nicht ständig
  • Verbote bleiben Verbote – immer
  • Regeln bleiben Regeln – immer
  • bleib motiviert, dann bleibt es dein Hund auch
  • hast du Autorität, hört dein Hund dir zu

Hundeerziehung KommunikationFehler #2 – Viel Schall um nichts

Dein Hund reagiert nicht auf den sachlichen Inhalt deiner Befehle. Dein Hund reagiert auf  deine Körperhaltung, deinen Gesichtsausdruck sowie deine Tonlage. Es hat also überhaupt keinen Sinn den ganzen Tag auf deinen Hund einzureden, denn egal was du sagst, 95% deiner Worte sind für ihn nichts weiter als “Bla Bla Bla…“. Es ist eine viel bessere Idee zur Kommunikation Hundpfeifen*, Clicker* oder bestimmte Schlüsselwörter zu benutzen.

Merke dir also, dass du in deiner Hundeerziehung immer mit unmissverständlichen Befehlen arbeitest. Deine Mimik, Körperhaltung und Tonlage müssen mit dem Befehl übereinstimmen. Der Befehl muss einmal kommen und von deinem Hund befolgt werden. Funktioniert das nicht, ist bisher etwas schief gelaufen. Missachtest du einen dieser Punkte, bekommt dein Hund schnell Schwierigkeiten dich zu verstehen. Und mal ganz ehrlich, würdest du noch jemanden zuhören der 40 mal am Tag zu dir kommt und dich mit “Bla Bla Bla…” zulabert?

So versteht dich dein Hund besser:

  • gib dein Hund von Anfang an klare und unverwechselbare Befehle
  • arbeite immer mit den selben Schlüsselwörtern
  • der Befehl kommt einmal
  • Körperhaltung, Tonlage und Mimik passen zu deinem Befehl

Dein Hund hört trotz klarem Befehl nicht?

Wie es scheint, hat dein Hund schon lange den Respekt vor dir verloren. Deine Aufgabe ist es jetzt, deine verlorene Authorität zurück zu erlangen. Um den Befehlen mehr Nachdruck zu verleihen kannst du folgende Hilfsmittel verwenden:

  • Hundepfeife*
  • Plastikflasche gefüllt mit kleinen Steinen als Rassel

HundeerziehungFehler #3 – Der Soldat im Wald

Bei einem Spaziergang durch den Wald rennt dein Hund plötzlich weg, der absolute Klassiker. Du rufst immer wieder nach deinem Hund und läufst ihm sogar noch nach, doch er reagiert nicht auf dich. Herzlichen Glückwunsch, dein Hund hat dich gerade zu seinem Fußsoldaten degradiert. Brav teilst du ihm regelmäßig durch rufen deine Position mit, überlässt ihm die Führung und rückst nach, sobald er sich zu weit entfernt hat. Das ist Hundeerziehung bzw. Menschenerziehung mal andersrum.

Zugegeben ist das eine schwierige Situation, gerade wenn du dein Hund nicht mehr siehst. Rufen und hinterherlaufen ist da eine ganz normale Reaktion die automatisch kommt. Wenn du mit deinem Hund schon mal in einer ähnlichen Situation warst, weißt du wie hilflos man in diesem Moment ist. Deshalb ist es wichtig vorbereitet zu sein, wenn du weiß dass dein Hund zu solchen Aktionen neigt. Auf gar keinen Fall sollte so etwas nochmal passieren, denn sowas untergräbt deine Autorität und wird irgendwann zur Gewohnheit – oder gar zur Gefahr für andere.

Pfeife den Hundesoldaten zurück

Setze klare Befehle, damit dein Hund zurück kommt. Allerdings lassen sich manche Hunde mit einem starken Temperament oder einem stark ausgeprägtem Jagdtrieb auch davon nicht beeindrucken, weil ihr Instinkt einfach stärker ist und alle anderen Sinne gerade vernebelt sind. Für dich heißt das, dass du die benebelten Sinne deines Hundes wieder aktivieren musst, indem du dein Befehlen mehr Nachdruck verleihst. Dafür gibt es verschiedene Tricks, helfen können beispielsweise spezielle Halsbänder mit einem Pfeifton oder Wasserstrahl. Des weiteren gibt es Hundepfeifen oder gefüllte Flaschen die zu lauten Rasseln umgebaut werden.

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Dein Ziel muss sein, wieder die Aufmerksamkeit deines Hundes zu erlangen, durch einen Befehl mit mehr Nachdruck. Achte dabei aber darauf, dieses Hilfsmittel nur im Notfall zu benutzen. Nutzt du es zu oft, verlieren auch diese Hilfsmittel schnell ihre Bedeutung.

So verleihst du deinem Hunde-Befehl mehr Nachdruck:

  • nutze eine Hundepfeife* zur Unterstützung
  • nutze Erziehungshalsbänder mit Ton, Vibration oder Wasserstrahl
  • nutze Clicker* zum Training
  • erschrecke deinen Hund mit einem unbekannten Geräusch
  • verwende diese Hilfsmittel* nicht zu oft sonst gewöhnt sich dein Hund daran

Hundeerziehung SolzialisierungFehler #4 – Fehlende Sozialisierung

Hunde bleiben Hunde und sollten trotz geregelter Hundeerziehung die Gelegenheit bekommen regelmäßig Kontakt zu ihren Artgenossen zu bekommen. Dein Hund lernt in der Gruppe mit anderen Tieren viel über die Bedeutung einer Rangordnung und das angemessene Verhalten im Rudel. Differenzen werden meist untereinander in einer kurzen Keilerei beseitigt, die nur ein paar Sekunden andauert. Somit kann man sagen, dass Hunde sehr viel einfacher gestrickt sind als Menschen. Ein gut sozialisierter Hund überträgt diese positive Verhaltensweisen auch auf sein eigenes Rudel zu Hause. Du kannst daher von den Erfahrungen deines Hundes mit anderen Artgenossen profitieren.

Isoliere dein Hund nicht

Ein Fehler wäre es, wenn du dein Hund in einer menschlichen Umgebung isolierst um Probleme zu umgehen. Isolierte Hunde neigen oft zu Verhaltensauffälligkeiten. Merke dir daher, dass du die Verhaltensprobleme deines Hundes nicht mit einer Isolation vor anderen Hunden lösen kannst – es ist wahrscheinlich, dass du diese Probleme damit sogar noch verstärkst. Du musst die Ursache der Verhaltensauffälligkeit herausfinden und diese, auch mit anderen Hunden zusammen, beseitigen.

Nicht nur die Isolation vor anderen Hunden kann zu Problemen führen, sondern auch die Isolation vor eigenen Familienmitgliedern. Gibt es in der Familie zum Beispiel Nachwuchs oder ein neues Mitglied, kann das Stress für deinen Hund bedeuten, wenn er nicht weiß in welcher Position der Rangordnung er sich momentan befindet. Isoliere und ignoriere deinen Hund also nicht plötzlich, sondern beziehe ihn mit ein. Du zeigst deiner Fellnase damit, das er immer noch ein wertvolles Familienmitglied ist. Er wird sich an die neue Situation gewöhnen.

So sozialisierst du dein Hund richtig:

  • isoliere deinen Hund nicht vor anderen Hunden
  • isoliere deinen Hund nicht vor neuen Familienmitgliedern
  • beziehe deinen Hund immer mit ein
  • ignoriere deinen Hund nicht plötzlich
  • gewöhne deinen Hund aktiv durch Kontakt an neu Situationen

Hundeerziehung GewaltFehler #5 – Anwendung von Gewalt

Gewalt in der Hundeerziehung ist weder hilfreich noch zielführend. Mit verbaler oder körperlicher Gewallt, stellst du deinen Hund unter ständigen Dauerstress alles richtig machen zu wollen, es am Ende aber doch nicht zu können. Hunde lernen und gehorchen unter Stress viel schlechter. Der Gedanke mit Gewalteinwirkung ein positives Verhalten bei deinem Hund herbeizuführen, ist daher selbstverständlich absoluter Unsinn. Sei dir im klaren, dass du unter Einwirkung von Gewalt neues Frustpotenzial in deinem Hund auslöst, welches sich wiederum in neuem Fehlverhalten äußern wird – ein Teufelskreis.

Wenn du dich selbst dabei erwischst wie du und dein Hund bereits in solch einem Teufelskreis steckst, dann hör sofort damit auf. In ihrem Wesen wollen Hunde helfen und alles richtig machen. Sei daher selbst ein Vorbild und finde die Ursachen für das Fehlverhalten deines Hundes – ohne Gewalt.

Das gehört nicht in deine Hundeerziehung:

  • verbale oder physische Gewalt
  • Stress und Druck
  • Frust und Angst

Das hingegen gehört zu einer guten Hundeerziehung dazu:


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