Mein Hund bellt andere Hunde an *Tipps gegen Pöbler und Boss-Gehabe*

Hund bellt andere Hunde an

Dein Hund bellt andere Hunde an

So unterschiedlich die Charakteren von Hunden sein können, so unterschiedlich fallen auch die Reaktionen auf Artgenossen aus. Freudiges Schwanzwedeln, heiteres aufeinander zurennen und beschnuppern sind da wohl gern gesehene Reaktionen. Doch manche Hunde können irgendwie nicht so mit anderen Hunden, dort wird die Begegnung mit anderen Hunden schnell zum Nervenspiel. Dein Hund bellt andere Hunde an? Das kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Wie du in brenzligen Situationen richtig reagieren solltest, erfährst du in dem folgenen Artikel.

Falls du keine Zeit hast dich um eine umfangreiche Hundeerziehung zu kümmern, dann könnten folgende Produkte gegen Bellen schnelle Abhilfe verschaffen:

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Ursache für das Bellen herausfinden
  2. 7 (schnelle) Lösungen gegen das Bellen
  3. So solltest du NICHT reagieren
  4. So reagierst du RICHTIG
  5. Die 6 Strategien gegen das Bellen

Mögliche Ursachen warum dein Hund andere Hunde anbellt sind:

  • dein Hund bellt andere Hunde auf Grund von fehlender Sozialisierung im Welpenalter an
  • Übereifer, Teilnahme-Zwang oder Energieüberschuss
  • Aggression durch falsche Erziehung
  • Aufregung
  • Frust oder Angst
  • Alphagehabe und Dominanz-Verhalten
  • Beschützerinstinkt

Du siehst also das der Grund für das anbellen anderer Hunde sehr vielseitig und unterschiedlich sein kann, daher gilt es zunächst erst mal herauszufinden welcher Auslöser genau deinen Hund überhaupt dazu bringt Artgenossen anzubellen. Versuche also im ersten Schritt einzuschätzen ob dein Hund eher ängstlich, aggresiv, dominant oder einfach nur Energieüberladen ist. Wenn du denkst in etwa den Auslöser zu kennen, kannst du mit dem Training beginnen. Dein Hund bellt andere Hunde an, wenn du aber die folgenden Tipps ausprobierst, hast du eine gute Basis dafür diese Situation zu verbessern. Bitte vergiss aber niemals, das Fehlverhalten von Hunden schätzungsweise in 90% aller Fälle vom Menschen verursacht werden, vergewissere dich daher ob du die Regeln einer guten Hundeerziehung bisher tatsächlich eingehalten hast – bevor du die Arbeit an deinem Hund beginnst.


7 (schnelle) Lösungen gegen das Bellen:

Hunde bellt andere Hunde an

#1 -Bei fehlender Solzialisierung

Manche Hunde haben es im Welpenalter nicht gelernt wie man ordentlich mit Artgenossen umgehen muss. Wenn du vermutest das eine fehlende Solzialisierung der Auslöser für das Bellen sein könnte, dann lies dir bitte zunächst die folgenden Artikel durch:

#2 – Bei Übereifer, Teilnahmezwang und Energieüberschuss

Dein Hund bellt andere Hunde an? Das kann einfach an einem Energieüberschuss liegen. Solche Hunde müssen regelmäßig ausgepowert werden, anders ist das Problem leider nicht in den Griff zu bekommen. Wichtig ist hierbei eine regelmäßige Beschäftigung und genügend Bewegung. Versuche deinen Hund ausreichend Auslauf zu geben und powere ihn regelmäßig richtig aus. Manche Hunde brauchen das. Zur Unterstützung kannst du Hundespiele für draußen oder Denkspiele für zu Hause nutzen.

#3 – Bei Aggression durch falsche Erziehung

Manche Hunde haben das Bellen und gar Aggressionen gegenüber Artgenossen regelrecht anerzogen bekommen. Oft passiert dies unbewusst durch eine falsche Hundeerziehung. Prüfe zunächst ob du einen dieser Fehler gemacht hast, wenn ja, dann ändere dein Verhalten sofort:

#4 – Bei Aufregung

Einige Vierbeiner sind einfach immer extrem aufgezogen und überdreht. In dem Fall ist es wichtig das du deinen Hund nicht noch mehr aufdrehst in dem du sein Verhalten förderst. Zum Durchdrehen anspornen ist hier also der falsche Weg, auch wenn dies einigen Kindern sowie Hundebesitzern sichtlich Spaß macht. Es ist wichtig das du im Gegensatz zu deinem Hund ein entspanntes und ruhiges Verhalten an den Tag legst, auch wenn es dir schwer fällt. Versuche immer gelassen zu reagieren und dich auch in brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Du musst das genaue Gegenstück zu deinem Hund sein, nur so kann er lernen das es gar keinen Grund für das hibbelige Verhalten gibt.

Für zu Hause gibt es diverse Mittel zur Entspannung. Zunächst solltest du dafür sorgen das dein Hund genügend Rückzugsmöglichkeiten in Form von einem Hundebett* oder einer Hundedecke* hat. Es muss ihm möglich sein, sich von aufregenden Situationen zu entfernen, wenn er das möchte. Zusätzlich gibt es so genannte Hormonzerstäuber die den Geruch einer Hundemutter nachahmen, diese Zerstäuber sorgen für Entspannung.

#5 – Bei Frust oder Angst

Manche Hunde haben einfach Frust oder Angst. Das kann bspw. durch Unterforderung oder zu lange alleine lassen ausgelöst werden. Auch in diesem Fall solltest du deinen Hund durch Beschäftigung und Beruhigung helfen. Wenn er lange alleine ist, wäre es gut wenn du dich ausreichend mit ihm beschäftigst wenn du wieder nach Hause kommst. So wird der Frust reduziert und Verlustängste gelindert.

#6 –  Bei Alphagehabe und Dominanzverhalten

Alpha-Hunde die immer den Boss raus hängen lassen wollen, benötigen eine strenge Hand. Solchen Hunden muss immer wieder klar gemacht werden wer der Boss ist, nämlich Du. Hierbei ist es wichtig das du klare Befehle erteilst und falsches Verhalten konsequent bestrafst. Alpha-Hunde neigen bei zu schwacher und nachlässiger Erziehung immer dazu, die Führung zu übernehmen. Wenn du dies zu lange duldest oder vernachlässigst, wird sich dein Hund zunehmend so benehmen wie er das selbst für richtig hält. Ergebnis: Kläffen, Pöbeln, Ungehorsamkeit.

#7 – Bei übermäßigen Beschützerinstinkt

Einige Hunde bellen aus Schutz. Sie verstehen fremde Hunde als Gefahr oder Bedrohung. Hierbei ist es wichtig, das du deinen Hund klar machst das andere Artgenossen keine Gefahr darstellen. Auch hier darfst du dich bei der Begegnung mit anderen Hunden nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das Kläffen darf keinen Einfluss auf dein eigenes Verhalten als Hundebesitzer haben. Zeige deinem Hund das alles ok ist. Laufe einfach kommentarlos an anderen Hunden vorbei und werde nicht nervös Wenn das klappt, dann belohne deinen Hund mit beruhigender Stimme und Streicheln.

Sollte die Situation zu krass werden, so das dein Hund kaum noch Luft von dem ganzen Gebell bekommt, dann beende sein Bellen mit einem einmaligen klaren aber lauten, massiven Schluss-Befehl. Wenn dies nicht ausreicht und sich dein Hund davon nicht beeindrucken lässt, ergänze deinen Befehl bspw. mit einer Plastikflasche die mit kleinen Steinchen gefüllt ist. Dein Hund wird sich erschrecken und das Bellen beenden, zu dem verleiht dir dieses Hilfsmittel mehr Autorität gegenüber deinem Hund.


Dein Hund bellt andere Hunde an: So reagierst du FASLCH

Ob du den Auslöser für das anbellen anderer Hunde nun kennst oder nicht, es gibt Reaktionen, die du in dieser Situation unbedingt vermeiden solltest. Ein falscher Lösungsansatz wäre es, in dem Fall das du den anderen Hund schon eher bemerkt, deinen Vierbeiner nun auf die kommende Situation mit einem spannungsvollen Verhalten vorzubereiten. Vermeide es unbedingt Panik oder Unruhe zu verbreiten, bevor dein eigener Hund überhaupt bemerkt hat was eigentlich los ist. Wenn du dein Verhalten plötzlich änderst, wird das dein Hund sofort bemerken und entsprechend (oft negativ) darauf reagieren. Plötzliche Wesensveränderung deinerseits signalisieren deinem Hund eine kurz bevorstehende Stresssituation, eine mögliche Gefahr und den Aufruf zur Wachsamkeit. Dein eigenes unruhiges Verhalten reflektiert somit direkt auf deinen Hund und verursacht bei ihm genau das Gegenteil von dem was du eigentlich willst, nämlich Entspannung und Ausgeglichenheit.

Wenn du also möchtest das dein Hund bei der Begegnung mit anderen Hunden entspannt bleibt, dann bleib auch du entspannt und löse keine Panik aus, indem du dein Verhalten plötzlich rapide änderst. Zureden, die Straßenseite wechseln, schimpfen und schnelleres laufen sind einfach kontraproduktiv.


Ein anderer Hund ist in Sicht: So reagierst du RICHTIG

  • ändere nicht plötzlich dein Verhalten
  • wechsle nicht die Straßenseite (dein Hund lernt daraus das etwas bevorsteht)
  • laufe nicht plötzlich schneller
  • rede nicht auf deinen Hund ein
  • bereite deinen Hund nicht künstlich auf die anstehende Situation vor
  • werde nicht panisch und nervös
  • vermittle deinem Hund Entspannung
  • bleib normal und lass dir nicht anmerken das gleich etwas passieren könnte

Dein Hund bellt andere Hunde an: 6 Strategien gegen das Bellen

Wie du weiter oben bereits lesen konntest, ist es wichtig zunächst erst mal selbst die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Bleib entspannt und behalte die Situation (unauffällig deinem Hund gegenüber) im Auge. Versuche nun professionell auf die Begegnung mit dem anderen Hund zu reagieren. Vergiss nicht, es kann nicht viel passieren solange du die Kontrolle behältst.


Strategie #1: Ablenkung

Halte deine Leine fest im Griff, im Falle das dein Hund zum starken ziehen an der Hundeleine neigt. Sobald dein Hund den anderen Hund bemerkt hat, gibt du ihm ein Leckerlie. Ganz wichtig hierbei ist aber, das du ihm diese kleine Belohnung* wirklich noch während der Begegnung mit dem anderen Hund gibst und nicht erst danach. Er soll lernen das die Begegnung mit einem Artgenossen positiv ist und er für entspanntes Verhalten belohnt wird. Das Leckerie ist also nicht dafür gedacht, die überstandene Begegnung zu belohnen. Viel mehr ist es die Belohnung für die Begegnung selbst. Gibst du Ihm das Leckerlie zur Entspannung erst nach seiner Bell-Aktion, empfindet es dein Hund als Belohnung für sein Bellen. Der Snack dient daher gleichermaßen als Ablenkung und Belohnung.

Nach einer Weile und einigen Probeversuchen, kannst du damit beginnen immer weniger zu Belohnen. Bei jeder Begegnung lässt du die Leine etwas lockerer und fütterst etwas weniger. Im besten Fall klappt es irgendwann sogar ganz ohne Zufüttern. Falls dein Hund weniger auf leckereien reagiert (was selten der Fall ist), kannst du Ihn auch mit einem Spielzeug oder Stock etwas ablenken und belohnen.


Strategie #2: Spurwechsel

Sollte hinter dem Bellen deines Hundes gegenüber Artgenossen Aggression stecken, wirst du es wahrscheinlich daran merken das dein Hund den anderen Hund fixiert und durch anstarren, langsames laufen, Knurren und Kamm aufstellen sich auf einen aktiven Angriff vorbereitet. In diesem Falls solltest du die Aggression deines Hundes sofort im Keim ersticken, indem du die Laufrichtung ruckartig wechselst. Aber Achtung, es ist wichtig das du auch hier dein sonstiges Verhalten nicht veränderst. Laufe einfach kommentarlos in eine entgegengesetzte Richtung. Den Spurwechsel empfindet dein Hund nicht als Gefahr, vielmehr wird dein Hund plötzlich ziemlich verwundert sein. Verwunderung ist eine prima Ablenkung und unterbricht den gestarteten Angriff.


Strategie #3: Pausen machen

Eine weitere Möglichkeit wenn dein Hund andere Hunde anbellt ist es, sich der kommenden Situation einfach zu entziehen. Gewöhne deinen Hund bei Spaziergängen kleine Pausen an, bei denen du einfach mal stehen bleibst, dich hinsetzt oder die Ruhe genießt. Gerne kannst du dabei einen nicht allzu ernst gemeinten Plausch mit deinem Hund abhalten, ihm einen kleinen Pausensnack geben, ein wenig spielen, streicheln, oder ihm etwas zeigen.

Wozu das Ganze?

Indem du deinen Hund kleine Pausen angewöhnst, schaffst du entspannte Situationen. Wenn sich nun ein anderer Hund nähert, startest du gezielt eine Pause. Da dein Hund das Pausenritual kennt und dieses mit Entspannung verbindet, wird sich dein Hund auch in brenzligen Situationen zukünftig schneller entspannen können. Wenn der andere Hund vorbeigezogen ist, kannst du die Pause auflösen und deinen Spaziergang fortsetzen.


Strategie #4: Autorität und Kontrolle demonstrieren

Wenn dein Hund ein kleiner Haudegen ist der gerne mal Krawall macht, dann solltest du ihm klarmachen das du das Alphatier bist. Sind dir die oben genannten Strategien zu umständlich, dann versuche es auf die autoritäre Art und Weise und beobachte ob dein Hund positiv darauf reagiert. Dein Hund bellt andere Hunde an, in dieser Situation nimmst du die Leine kurz und sorgst für einen festen Halt. Sorge dafür das dein Hund nur noch wenig Bewegungsfreiheit hat. Den leeren Platz zwischen deinen Hund und den anderen Hund füllst du mit deinem eigenen Körper, du läufst also in der Mitte wenn euch ein anderer Hund entgegen kommt. So bleibt der Raum zwichen den Hunden möglichst groß und dein Hund merkt schnell das du die Kontrolle hast und er nicht an den anderen Artgenossen herankommen wird.

Wichtig ist aber auch hier wieder: Alles muss Kommentarlos passieren. Kein Eingerede, kein Geschimpfe beim vorbeilaufen oder irgendwelche andere verbale oder physische Gewalt. gerade in Städten oder engen Straßen wo es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, ist dies die beste Lösung.


Strategie #5: Den Hund in Sicherheit wiegen

Begegnungen mit anderen Hunden kannst du zu Trainingszwecken an geeigneten Orten durchführen, also überall dort wo die Hunde nicht aus dem Sichtfeld geraten können und ein schnelles Herankommen gewährleistet ist. Laute, überfüllte oder unübersichtliche Orte sind dazu natürlich denkbar ungeeignet. Es ist sinnvoll die Begegnungen mit anderen Hunden schon frühzeitig, am besten noch im Welpenalter, zu praktizieren. Hat dein Hund einmal ein Bell-Problem, ist es später natürlich um so schwieriger dieses Problem wieder los zu werden. Ist dein Hund an regelmäßige Kontakte mit Artgenossen gewöhnt, wird er im Regelfall seltener andere Hunde anbellen.

Ganz wichtig ist es, das du deinem Hund immer die nötige Sicherheit gibst. Das heißt konkret: bleib ruhig, entspannt und gelassen – auch wenn die Situation noch so schwierig für euch sein mag. Wenn dein Hund andere Hunde anbellt, dann mache nicht den Fehler selbst zu „bellen“. Jedes verkrampfen, an der Leine ziehen oder schimpfen nimmt dein Hund ebenfalls als bellen war, somit fühlt er sich in seiner Pöbelei gegenüber Artgenossen nur noch bestärkt. Des weiteren stellt dein eigenes Fehlverhalten (zB.: schimpfen) für deinen Hund keine Verhaltensanleitung dar, außer also zu bemerken das er was falsch gemacht hat, bietest du deinem Hund damit keine Verhaltensa-Alternative an.

Dein Hund bellt andere Hunde an, das wichtigste im Kampf gegen das Bellen gegenüber anderen Hunden ist daher deine eigene Selbstdisziplin und die Fähigkeit deinen Hund eine Alternative zu seinem Fehlverhalten zu zeigen.


Strategie #6: Dein Boss-Hund Schranken zeigen

Manche Hunde haben aber auch einfach nur ein ausgeprägtes Dominanzverhalten, welches rein gar nichts mit Agression zu tun hat. Diese Hunde pöbeln andere Hunde an und stellen sich selbst als mächtig gefährlich dar. Bringt man die Hunde dann aber in den direkten Kontakt, macht der Pöbler plötzlich einen Rückzieher und weiß nicht mehr was er machen soll. Wenn du vermutest das dein Hund keiner Fliege etwas zu leide tuhen kann und nur den Boss raushängen lassen will, empfiehlt sich ein kleines Experiment:

Triff dich mit einem anderen Hundebesitzer und besprecht vorher die Situation. Dannach trefft euch zusammen mit euern Hunden „zufällig“ auf einem Spaziergang. Wenn dein Hund nun wieder damit beginnt zu pöbeln, geh direkt auf den anderen Hund zu und beobachte was in der direkten Konfrontation passiert. Die direkte Konfrontation kann dazu führen das dein Hund plötzlich aufhört zu bellen, sobald er merkt dass das ganze Pöbeln überhaupt keinen Effekt auf den anderen Hund oder auf dich hat. Bleibe in dieser Situation aber trotz dem wachsam und vorsichtig, es kann jederzeit passieren das die Stimmung schlagartig kippt und sich die Hunde gegenseitig angreifen. Beginne daher am besten mit ein paar vorsichtigen Begegnungen aus etwas Entfernung bevor ihr eure Hunde den Direktkontakt erlaubt. Es ist hierbei sehr wichtig einzuschätzen ob das Gepöbel deines Hundes nun Fake ist oder nicht.

Alles gegen bellen

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