Mein Hund bellt andere Hunde an *Tipps gegen Pöbler*

Hund bellt andere Hunde an

Dein Hund bellt andere Hunde an

So unterschiedlich die Charakteren von Hunden sein können, so unterschiedlich fallen auch die Reaktionen auf Artgenossen aus. Freudiges Schwanzwedeln, heiteres aufeinander zurennen und beschnuppern sind da wohl gern gesehene Reaktionen. Doch manche Hunde können irgendwie nicht so mit anderen Hunden, dort wird die Begegnung mit anderen Hunden schnell zum Nervenspiel. Wenn dein Hund andere Hunde anbellt, kann das eine ganze Reihe von Ursachen haben.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Ursache für das Bellen herausfinden
  2. So solltest du nicht reagieren
  3. So reagierst du richtig
  4. Die 5 Strategien gegen das Bellen

Mögliche Ursachen warum dein Hund andere Hunde anbellt:

  • dein Hund bellt andere Hunde auf Grund von fehlender Sozialisierung im Welpenalter an
  • Übereifer, Teilnahme-Zwang oder Energieüberschuss
  • Aggression durch falsche Erziehung
  • Aufregung
  • Angst
  • Alphagehabe und Dominanz-Verhalten
  • Beschützerinstinkt

Du siehst also das der Grund für das anbellen anderer Hunde sehr vielseitig sein kann, daher gilt es zunächst erst mal herauszufinden welcher Auslöser deinen Hund überhaupt dazu bringt Artgenossen anzubellen. Versuche also im ersten Schritt einzuschätzen ob dein Hund eher ängstlich, aggresiv, dominant oder Energieüberladen ist. Wenn du denkst in etwa den Auslöser zu kennen, kannst du mit dem Training beginnen. Dein Hund bellt andere Hunde an, wenn du aber die folgenden Tipps ausprobierst, hast du eine Gute Basis dafür diese Situation zu verbessern. Bitte vergiss aber nie, das Fehlverhalten von Hunden schätzungsweise in 90% aller Fälle vom Menschen verursacht werden, vergewissere dich daher ob du die Regeln einer guten Hundeerziehung bisher tatsächlich eingehalten hast – bevor du die Arbeit an deinem Hund beginnst.


Dein Hund bellt andere Hunde an: So reagierst du falsch

Ob du den Auslöser für das anbellen anderer Hunde nun kennst oder nicht, es gibt Reaktionen, die du in dieser Situation unbedingt vermeiden solltest. Ein falscher Lösungsansatz wäre es, in dem Fall das du den anderen Hund schon eher bemerkt, deinen Vierbeiner nun auf die kommende Situation vorzubereiten. Vermeide es unbedingt Panik oder Unruhe zu verbreiten, bevor dein eigener Hund überhaupt bemerkt hat was los ist. Wenn du dein Verhalten plötzlich änderst, wird das dein Hund sofort bemerken und entsprechend darauf reagieren. Plötzliche Wesensveränderung deinerseits signalisieren deinem Hund eine kurz bevorstehende Stresssituation, eine mögliche Gefahr und den Aufruf zur Wachsamkeit. Dein eigenes unruhiges Verhalten reflektiert also direkt auf deinen Hund und verursacht bei ihm genau das Gegenteil von dem was du eigentlich willst, nämlich Entspannung.

Wenn du also möchtest das dein Hund bei der Begegnung mit anderen Hunden entspannt bleibt, dann bleib auch du entspannt und löse keine Panik aus, indem du dein Verhalten plötzlich änderst. Zureden, die Straßenseite wechseln, schimpfen oder schnelleres laufen sind kontraproduktiv.

Alles gegen bellen

Ein anderer Hund ist in Sicht: So reagierst du richtig

  • ändere nicht plötzlich dein Verhalten
  • wechsle nicht die Straßenseite
  • laufe nicht schneller
  • rede nicht auf deinen Hund ein
  • bereite deinen Hund nicht künstlich auf die anstehende Situation vor
  • werde nicht panisch
  • vermittle deinem Hund Entspannung
  • bleib normal und lass dir nicht anmerken das gleich etwas passiert

Dein Hund bellt andere Hunde an: Strategien gegen das Bellen

Wie du weiter oben bereits lesen konntest, ist es wichtig zunächst erst mal selbst die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Bleib entspannt und behalte die Situation (unauffällig deinem Hund gegenüber) im Auge. Versuche nun professionell auf die Begegnung mit dem anderen Hund zu reagieren.

Strategie #1: Ablenkung

Halte deine Leine fest im Griff, im Falle das dein Hund zum ziehen neigt. Sobald dein Hund den anderen Hund bemerkt hat, gibt du ihm ein Leckerlie. Ganz wichtig hierbei ist aber, das du ihm diese kleine Belohnung* wirklich noch während der Begegnung mit dem anderen Hund gibst und nicht erst danach. Er soll lernen das die Begegnung mit einem Artgenossen positiv ist und er für entspanntes Verhalten belohnt wird. Gibst du Ihm das Leckerlie zur Entspannung erst nach seiner Bell-Aktion, empfindet es dein Hund als Belohnung für sein Bellen. Der Snack dient daher gleichermaßen als Ablenkung und Belohnung.




Nach einer Weile und einigen Probeversuchen, kannst du damit beginnen immer weniger zu Belohnen. Bei jeder Begegnung lässt du die Leine etwas lockerer und fütterst etwas weniger. Im besten Fall klappt es irgendwann sogar ganz ohne Zufüttern. Falls dein Hund weniger auf leckereien reagiert (was selten der Fall ist), kannst du Ihn auch mit einem Spielzeug oder Stock etwas ablenken und belohnen.

Strategie #2: Spurwechsel

Sollte hinter dem Bellen deines Hundes gegenüber Artgenossen Aggression stecken, wirst du es wahrscheinlich daran merken das dein Hund den anderen Hund fixiert und durch anstarren, langsames laufen, Knurren und Kamm aufstellen sich auf einen aktiven Angriff vorbereitet. In diesem Falls solltest du die Aggression deines Hundes sofort im Keim ersticken, indem du die Laufrichtung ruckartig wechselst. Aber Achtung, es ist wichtig das du auch hier dein sonstiges Verhalten nicht veränderst. Laufe einfach kommentarlos in eine entgegengesetzte Richtung. Den Spurwechsel empfindet dein Hund nicht als Gefahr, vielmehr wird dein Hund plötzlich ziemlich verwundert sein. Verwunderung ist eine prima Ablenkung und unterbricht den gestarteten Angriff.


Strategie #3: Pausen machen

Eine weitere Möglichkeit wenn dein Hund andere Hunde anbellt ist es, sich der kommenden Situation einfach zu entziehen. Gewöhne deinen Hund bei Spaziergängen kleine Pausen an, bei denen du einfach mal stehen bleibst, dich hinsetzt oder die Ruhe genießt. Gerne kannst du dabei einen nicht allzu ernst gemeinten Plausch mit deinem Hund abhalten, ihm einen kleinen Pausensnack geben, ein wenig spielen, streicheln, oder ihm etwas zeigen.

Wozu das Ganze?

Indem du deinen Hund kleine Pausen angewöhnst, schaffst du entspannte Situationen. Wenn sich nun ein anderer Hund nähert, startest du gezielt eine Pause. Da dein Hund das Pausenritual kennt und dieses mit Entspannung verbindet, wird sich dein Hund auch in brenzligen Situationen zukünftig schneller entspannen können. Wenn der andere Hund vorbeigezogen ist, kannst du die Pause auflösen und deinen Spaziergang fortsetzen.


Strategie #4: Autorität und Kontrolle demonstrieren

Wenn dein Hund ein kleiner Haudegen ist der gerne mal Krawall macht, dann solltest du ihm klarmachen das du das Alphatier bist. Sind dir die oben genannten Strategien zu umständlich, dann versuche es auf die autoritäre Art und Weise und beobachte ob dein Hund positiv darauf reagiert. Dein Hund bellt andere Hunde an, in dieser Situation nimmst du die Leine kurz und sorgst für einen festen Halt. Sorge dafür das dein Hund nur noch wenig Bewegungsfreiheit hat. Den leeren Platz zwischen deinen Hund und den anderen Hund füllst du mit deinem eigenen Körper, du läufst also in der Mitte wenn euch ein anderer Hund entgegen kommt. So bleibt der Raum zwichen den Hunden möglichst groß und dein Hund merkt schnell das du die Kontrolle hast und er nicht an den anderen Artgenossen herankommen wird.

Wichtig ist aber auch hier wieder: Alles muss Kommentarlos passieren. Kein Eingerede, kein Geschimpfe beim vorbeilaufen oder irgendwelche andere verbale oder physische Gewalt. gerade in Städten oder engen Straßen wo es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, ist dies die beste Lösung.


Strategie #5: Den Hund in Sicherheit wiegen

Begegnungen mit anderen Hunden kannst du zu Trainingszwecken an geeigneten Orten durchführen, also überall dort wo die Hunde nicht aus dem Sichtfeld geraten können und ein schnelles Herankommen gewährleistet ist. Laute, überfüllte oder unübersichtliche Orte sind dazu natürlich denkbar ungeeignet. Es ist sinnvoll die Begegnungen mit anderen Hunden schon frühzeitig, am besten noch im Welpenalter, zu praktizieren. Hat dein Hund einmal ein Bell-Problem, ist es später natürlich um so schwieriger dieses Problem wieder los zu werden. Ist dein Hund an regelmäßige Kontakte mit Artgenossen gewöhnt, wird er im Regelfall seltener andere Hunde anbellen.

Ganz wichtig ist es, das du deinem Hund immer die nötige Sicherheit gibst. Das heißt konkret: bleib ruhig, entspannt und gelassen – auch wenn die Situation noch so schwierig für euch sein mag. Wenn dein Hund andere Hunde anbellt, dann mache nicht den Fehler selbst zu „bellen“. Jedes verkrampfen, an der Leine ziehen oder schimpfen nimmt dein Hund ebenfalls als bellen war, somit fühlt er sich in seiner Pöbelei gegenüber Artgenossen nur noch bestärkt. Des weiteren stellt dein eigenes Fehlverhalten (zB.: schimpfen) für deinen Hund keine Verhaltensanleitung dar, außer also zu bemerken das er was falsch gemacht hat, bietest du deinem Hund damit keine Verhaltensa-Alternative an.

Dein Hund bellt andere Hunde an, das wichtigste im Kampf gegen das Bellen gegenüber anderen Hunden ist daher deine eigene Selbstdisziplin und die Fähigkeit deinen Hund eine Alternative zu seinem Fehlverhalten zu zeigen.


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